Sonntag, 22. August 2010

[Rezension] Die Bewunderung der Welt von Folke Tegetthoff

Titel: Die Bewunderung der Welt
Autor: Folke Tegetthoff
Verlag: Haymon Verlag
Erscheinungsjahr: 2009
Form: Gebunden, 156 Seiten
ISBN: 3852185971
Preis: 18,90 EUR

Klappentext:
Leon Dorin ist ein Magier – aber keiner, der Kaninchen aus Zylindern zieht oder Kartentricks vorführt. Leon Dorin ist ein Geschichtenzauberer: Jeden Abend versammelt er die Bewohner des kleinen Dorfes in einem Saal und erzählt ihnen von den kleinen Wundern, die der Alltag jedem zeigt, der sich die Zeit nimmt innezuhalten, genau hinzusehen, hinzuhören und hinzuspüren. Er erzählt von Begegnungen und Trennungen, von Austausch und Gespräch, von den Geheimnissen der Liebe und der Freundschaft, er schärft die Sinne für die Mysterien der Natur, das Wachsen und die Veränderungen des Lebens. Und als er sich, nach seiner letzten Erzählung, aus dem Dorf verabschiedet, hat er die Menschen dort längst mit seiner Poesie verzaubert. Ein Magier ist auch Folke Tegetthoff: Seine Geschichten über die Kraft des Erzählens und des Zuhörens spinnen zarte Fäden in die Herzen seiner Leser und ermuntern sie, alle Sinne zu öffnen und sich bezaubern zu lassen von den vielen kleinen Wundern, die das Leben zu bieten hat.

Meine Meinung:
Gegliedert in eine "Vorgeschichte" und 17 Abende zu verschiedenen Themen bringt der Zauberer Leon Dorin die heile einfache Welt der Dorfbewohner vollkommen aus dem Konzept.
Schauplatz der Geschichte ist ein idyllisches Bergdorf, hier kennt jeder jeden und man weiß alles über den anderen. Durch die tägliche Arbeit und Eintönigkeit ist alles um sie herum selbstverständich geworden, nichts wird als besonders betrachtet. Bis eines Tages der Zauberer in das Dorf kommt und sich dort niederlässt. Die Dörfler fühlen sich zunächst ein wenig gestört, aber bald ist Leon Dorin ein beliebtes Beobachtungsobjekt, über das auch fleißig gesprochen wird. Eines Tages dann bitten die Dorfbewohner ihn, er solle doch für die Kinder zaubern. Nun muss er sich erklären, dass er nicht so zaubert, wie sie es denken, sondern mit Worten. Sodann folgen 17 Abende, an denen er die Dorfbewohner "verzaubert", dies geschieht, in dem er Geschichten erzählt, er macht auf Kleinigkeiten aufmerksam, die als selbstverständlich abgetan werden und doch wahre Wunder darstellen.
Bei den angesprochenen Themen handelt es sich um das Leben, das Schicksal, Mauern, die Musik, die Stille, das Gespräch, den Fernseher, die Maschine, den Chip, das Glück, die Liebe, die Wärme, die Wiese, der Baum , das Flugzeug, das Dorf  und den Abschied.
Beim Lesen fühlt man sich selbst wie entführt, die Worte des Zauberers (oder des Autors) lassen Bilder im Kopf entstehen, man fühlt sich wie in eine andere Welt hineinversetzt. Der Zauberer öffnet unsere Augen für Details unserer Umwelt und führt uns vor Augen, wie wichtig manche Kleinigkeiten sind und lässt uns Dinge aus anderen Blickwinkeln sehen.
Ein sehr interessantes, vielleicht sogar lehrreiches Buch, das trotz seiner wenigen Seiten meine volle Konzentration forderte und mir einige schöne Leseabende bescherte.

Ich vergeben 5 von 5 Sternen.

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